Offener Brief an Landesverkehrsminister Tonne: Die Situation auf der Linie RE 9
Offener Brief: Akute Kapazitätsengpässe und unklimatisierte Züge auf der Linie RE 9
Lieber Grant Hendrik Tonne,
die SPD im Dümmerland, sowie die Jusos im Dümmerland wenden sich gemeinsam mit großer Sorge an Dich. Grund ist die aktuelle Situation im Regionalverkehr auf der Linie RE9 zwischen Osnabrück, Diepholz, Bremen und Bremerhaven. Die aktuelle Situation: Die derzeit eingesetzten Ersatzfahrzeuge führen für Pendlerinnen und Pendler, Schülerinnen und Schüler sowie Reisende zu erheblichen Einschränkungen im Alltag. Besonders problematisch ist dabei, dass viele der eingesetzten Züge über keine funktionierende Klimaanlage verfügen. Gerade in den wärmeren Monaten wird dies eine erhebliche Belastung für Fahrgäste und Zugpersonal darstellen.
Überfüllte Wagen ohne ausreichende Kühlung können schnell zu einer gesundheitlichen Belastung werden und sind aus unserer Sicht für einen modernen öffentlichen Nahverkehr nicht akzeptabel. Hinzu kommt, dass die Kapazitäten der eingesetzten Züge deutlich geringer sind. Schon jetzt berichten viele Fahrgäste von überfüllten Zügen, insbesondere zu den Pendlerzeiten. Dies macht das Bahnfahren zunehmend unattraktiv und steht im klaren Widerspruch zu dem gemeinsamen Ziel, mehr Menschen für den öffentlichen Nahverkehr zu gewinnen. Auch für unsere Region könnte die aktuelle Situation Folgen haben.
Das Dümmerland ist eine wichtige Tourismusregion in Niedersachsen. Viele Tagestouristinnen und -Touristen reisen, oft mit dem Fahrrad mit der Bahn an, um den Dümmer See und die umliegenden Orte zu besuchen. Wenn Züge überfüllt sind oder keine ausreichenden Kapazitäten bieten, wird diese Anreise erheblich erschwert. Dies schwächt nicht nur die Attraktivität des öffentlichen Verkehrs, sondern auch unsere regionale Tourismuswirtschaft. Viele der Ersatzwagen (häufig ältere Hochflurwagen) sind für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen, Rollstühle oder Familien mit Kinderwagen kaum oder gar nicht zugänglich.
Dies stellt einen massiven Rückschritt in der Teilhabe dar. Ein besonderes Ärgernis stellt die in Teilen ungleiche Auslastung der Züge dar: Während die Fahrgäste in der zweiten Klasse teils dicht gedrängt stehen müssen, bleibt durch die starre Ausweisung der Ersten Klasse faktisch ein Viertel der Gesamtkapazität ungenutzt. In der aktuellen Situation ist diese künstliche Verknappung des Raums für die Pendlerinnen und Pendler nicht mehr vermittelbar. Forderung: Vor diesem Hintergrund bitten wir dich eindringlich, deinen Einfluss auf die LNVG geltend zu machen, um die Verträge nachzubessern oder Sonderregelungen zu erwirken und für kurzfristige Maßnahmen zur Verbesserung der Situation zu sorgen.
Wir fordern als kurzfristige und sofort umsetzbare Maßnahme, die Erste Klasse auf der Linie RE9, wie es schon jetzt teilweise geschieht, bis zum Einsatz der neuen Fahrzeuge vollständig für alle Fahrgäste freizugeben, um die vorhandenen Kapazitäten bestmöglich zu nutzen und die Situation für Pendlerinnen und Pendler zu entlasten. Gleichzeitig hoffen wir, dass die geplante Einführung neuer Fahrzeuge so schnell wie möglich realisiert werden kann.
Die SPD im Dümmerland sowie die Jusos im Dümmerland stehen für einen konstruktiven Austausch jederzeit zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
Die Jusos im Dümmerland
Die SPD im Dümmerland